Gestern war ich heiraten
21 Mai

Gestern war ich heiraten

Heissa. Gestern war Heiraten angesagt. Der Chef gab sich cool. Aber irgendwie müsse er doch aufgeregt sein, sagten Leute die ihn kennen. Ich glaube, er tat nicht nur cool – er war es. 

Bahnhof AArau_hoch

Warten auf den IC im Bahnhof Aarau.

In meinem Körper verspürte ich eine grosse Anspannung. Ich gebs zu. Heiraten war ich noch nie. Ein seltenes Ereignis. Schliesslich hat der Chef nur zwei Töchter. Und die eine ist nun unter der Haube. Milena heiratete ihren Sandro. Und zwar nicht irgendwo. Nein, Im Stadthaus zu Zürich. Das sei erste Sahne, heisst es. Ich durfte mit rein in diese heiligen Hallen. Die Zivilstandsbeamtin streichelte mich sogar und meinte «so ein süsser Kerl». Recht hat sie. Die Wahrheit darf man immer behaupten. Heisst es.

Ja, aufregend wars. Ein Sack voller Verwandter lernte ich kennen. Ihr lacht?` Amici, «un sacco di …», sagen die Tschniggeli. Gäll Lara? Also der Serge war da mit seinem Clyde. Eine Seele von Mensch. Fröhlich, lustig. Ebenfalls kennengelernt habe ich die Colette und ihren Andreas, die Sonja. Werni & Jenny traf ich wieder. Herzig. Beide. Stellt euch vor, die sind schon über 40 Jahre zusammen. Die bildhübsche Sarina lernte ich kennen sowie ihren Fabian. Ein langer Kerl. Den kleinen Carlo schloss ich ebenfalls ins Herz und den grossen «Bring»-Marco natürlich auch. And last but not least: Angelina mit ihrem Marco. So süss dieses Paar. Er, ein begnadeter Fischer, sie die fröhliche Chef-Tochter. Trauzeugin. Fotografin. Ein Multitalent. Freunde dürfen Purzel sagen. Finde ich läss.

Nach der Trauung gabs vor dem Stadthaus nochmals ein Hallo. Das Führungsteam der Dropa überrascht die Gesellschaft. Ich setzte mich so gut wie möglich in Szene. Der Braut konnte ich das Wasser nicht reichen. Egal. Aber die ehemalige Arbeitskollegin des Chefs verpasste mir ich einige Streicheleinheiten. Hammer! Danke Karin.

Beim Apéro im Ristorante Bindella erhielt ich meinen Knochen und der Chef tat sich an den Apéro-Häppchen gütlich. Man hätte meinen können, es breche demnächst eine Hungersnot aus. Das hört er nicht gern. Aber wie heisst es oben in Absatz 1? «Die Wahrheit darf man immer behaupten.»

Hochzeitsschlaf

Schlafen und Schosshund sein. Das tut gut.

Auf der  Zugfahrt nach Hause genoss ich es, wieder einmal so richtig Schosshund zu sein. Ich schlief tief und fest auf dem Schoss des Chefs. Träumte von all den fantastischen Duftspuren in der Bahnhofstrasse. Schwelgte gedanklich in den Geschmäckern rund um die Fraumünsterkirche, suhlte mich noch einmal in den Gerüchen des pulsierenden Hauptbahnhofs.

Freundinnen, Freunde ihr glaubt nicht, wer da alles schon hingebiselt hat. Also, ich meine welche Hunde, Hündinnen. Ein Genuss. Ich träumte also, schlief tief und fest. Trotzdem verpasst ich es nicht, als die Kondukteurin sagte. «Jööööööö. So en Schnüggel!» Recht hat sie. Und den mit der Wahrheit behaupten, bringe ich jetzt nicht noch ein drittes Mal.

2 Kommentare zu “Gestern war ich heiraten

  1. Werni Strebel - 22. Mai 2015 at 14:25

    Hey Bilbo du Obersuhler!
    Spannendi Sache erläbsch du da.
    Gäll, für eus zwei isch es sunneklar, d Milena und de Sandro sind es Superpaar.
    Freu mi, dich am Samschtig am Knoche gnage zgeh.

  2. Bilbo der Grieche - 22. Mai 2015 at 15:38

    Ich werde nagen was das Zeug hält. Wer nimmt den Knochen mit? Der Chef wohl. Gruss nach Benzenschwil AG.

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