Freud & Leid eines Mischlings
26 Jun

Freud & Leid eines Mischlings

War das ein Morgen. Zuerst, noch vor dem Waggel um fünf Uhr, der neugierige Blick ins Internet. «Ich bin drin!» Jubel. Kläff. Freu. Und dann begann das Bauchgrimmen. Die Schmerzen. So eine Schei … Denn eigentlich könnte ich heute ja feiern. Meine Geschichte ist in Deutschland online. 

So sieht mein Beitrag bei Cani Varis aus. Hammer. Danke Sabine Falkenstein.

So sieht mein Beitrag auf der Website von Cani Varis aus. Hammer. Danke Sabine Falkenstein.

Ja. Online. Und nicht irgendwo in den Lokalnachrichten von Neuwerk, der kleinen Insel vor Cuxhaven. Nein. Auf der Website von CaniVaris. Sehr prominent. Zuoberst bei den Kunden-Referenzen.

Hunde sind halt ein Thema. Verschiedene Erhebungen zeigen, dass bei unseren Nachbarn gegen fünf Millionen Hunde leben. Diese Zahl sei seit vielen Jahren relativ konstant, lese ich im Internet. Weiter heisst es dort: «Von den circa 400 000 in Deutschland gezüchteten Welpen sind rund 265 000 Rassehunde- und etwa 135 000 Mischlinge.» Zudem würden jährlich gegen 100 000 Welpen nach Deutschland importiert. Etwa 80 000 seien Rassehunde der Rest Mischlinge. Also Hunde wie ich. Somit werden in Deutschland jährlich ungefähr 345 000 Rassehunde- und rund 155 000 Mischlingswelpen verkauft. Uff. Das alles steht im Internet. Und noch viel, viel mehr.

Warum ich das alles erzähle? Nun, die Besitzer von Mischlingswelpen und Mischlingshunden interessieren sich vielleicht, welche Rassen in ihrem Hund steckt. Und wenn sie dann via Google DNA-Tests eingeben und so CaniVaris finden, klicken sie meine Geschichte an, und – schau mal Mutti! – stossen alle diese Interessenten auf mich. Auf Bilbo – das Müllkind aus Kos. 😉 Schön wärs.

Im Röntgenzimmer. Nadja Bergamasco und Flavia Bättig legen mich so auf den Röntgentisch, dass es möglich ist ein Bild zu machen. Ich muss stillliegen, darf nicht zappeln.

Im Röntgenzimmer. Nadja Bergamasco und Flavia Bättig legen mich so auf den Röntgentisch, dass es möglich ist ein Bild zu machen. Ich muss stillliegen, darf nicht zappeln.

Das war die Freud.  Und nun zum Leid.

Freundinnen, Freunde, seit gestern fühle ich mich schlapp. Ich habe Schmerzen. Ich leide, bin sehr apathisch. Und das gefällt den Leuten nicht. So bat der Chef um einen Termin bei Christoph Gloor. Regelmässige Leser, Leserinnen wissen, das ist mein Hausarzt, mein Lieblingstierarzt in der Tierklinik Aarau-West.

Kaum angemeldet, sass ich schon auf einem der Untersuchungstische und harrte der Dinge, die da kommen werden. Und sie kamen. Der Vetrinär mit der etwas heiseren Stimme, tastete mich ab, kontrollierte mein Herzklopfen, wechselte mit dem Chef einige Worte. Sagte, mein Buckel würde ihm nicht gefallen. Ich hätte Schmerzen. Stimmt. Das hätte ich auch sagen können.

Nachher holte mich Flavia Bättig ab für eine Röntgenaufnahme. Eine aufwändige Prozedur. Der Chef guckte durch die Glasscheibe, fotografierte.  Zurück im Untersuchungszimmer musste ich mich von Nadine Bergamasco stechen lassen. «Ich brauche nur einen Tropfen Blut», sagte sie. Zum Schluss waren es dann einige Dutzend Tropfen und zwei Stiche. Ich hielt still hin, schmiegte mich  Flavia und zählte die Sekunden.

Wieder warten wir kurz. Der Chef machte Fotos und schon kam der Arzt wieder. Er bat uns zum Röntgencomputer und erklärte dem Chef, was wo sei. Was wo nicht ist. Und was das alles denn sein könnte. Ich hörte nur mit halbem Ohr hin. Christoph Gloor sprach von Bauchspeicheldrüse, Blut einschicken, Befund abwarten, wieder anrufen.

Verband an beiden Füssen. Von wegen nur ein Tropfen. ;-(

Verband an beiden Füssen. Von wegen nur ein Tropfen. 😉

Der Chef redete von Essgewohnheiten. Wörter wie Diät fielen. Goodys, Barfen, Nass- oder Trockenfutter. Sogar über Zahnstein redeten sie, über Zähneputzen und so. Also da habe ich dann auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Zum Abschied verpasste mir der Doc noch eine Spritze gegen die Schmerzen. Ich jaulte, dass es dem Chef Angst und Bange wurde. Und Christoph Gloor das Gefühl bekam, er müsse sich nun entschuldigen.

Ha! So macht man das Freundinnen, Freunde. Auf Vorrat jammern.

Im Fall: Wer sich für Hundeernährung interessiert oder was zu sagen hat, sollte die Kommentare lesen. Also etwas scrollen.

 

8 Kommentare zu “Freud & Leid eines Mischlings

  1. Sabine Falkenstein - 26. Juni 2015 at 15:34

    Bilbo, das tut mir sehr leid. Allerdings habe ich schon öfter gehört das der Shih Tzu mit den Verdauungsorganen Probleme hat. Leber Bauchspeicheldrüse, Magen. Ein Bekannter hatte mit seinem Malteser-Shih Tzu-Mix auch grosse Probleme. Erst das liebevoll gekochte Futter von seinem Herrchen und später ein Spezialfutter halfen. Dein „Chef“ kann bestimmt auch super kochen, oder? Wenn du möchtest, kann ich mich nach dem Futter erkundigen. Der Hund ist jetzt wieder völlig o.k. Es kann sein, dass du dieses Futter nur eine Zeitlang fressen musst. Bitte beachte aber auch die Anweisungen deines lieben Tierarztes aus der Tierklinik. So hoffe ich auf baldige gute Besserung lieber Bilbo.

    Herzliche Grüsse aus Drolshagen. Sabine Falkenstein, OriVita Diagnostik

  2. Bilbo der Grieche - 26. Juni 2015 at 18:02

    Entwarnung. Pankreatitis habe ich nicht. Also keine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Aber ich werde wohl nun auf Diät gesetzt. Zuerst Dosenfutter, später vielleicht barfen. Schau mer mal.
    Danke allen fürs Daumen drücken und gute Energie senden. Danke Christoph Gloor für dein engagiertes Handeln. Cool, wenn hund so einen Vertrauensarzt hat.

  3. Martin Schuppli - 27. Juni 2015 at 7:29

    Guck mal Bilbo, was ich im Internet gefunden habe. Möglicherweise hilft eine Ernährungsumstellung auch gegen juckende Hautstellen.

    «Unser Benyi fing letztes Jahr in Sommer plötzlich an sich ständig zu jucken. … Unsere Tierärztin hat uns dann empfohlen das Futter zu verändern. Wir haben dann mit einer Ausschlussernährung begonnen. Von nun gab es nur noch Futter und auch Leckerchen vom Pferd. … Seitdem Benyi nur noch Pferdefutter bekommt, hat der Juckreiz wieder nachgelassen.»
    ***
    «Alle die Kommentare, die ich über Futterprobleme gelesen habe können mit einem Schlag gelöst werden: Das Zauberwort heisst «Barf» (Biologische Artgerechtes Rohfutter).
    Allergien, Durchfall, Hautprobleme etc. sind meistens ein Resultat falscher Ernährung.
    Ich habe das Futter für meine Shih-Tzu Zucht komplett umgestellt und nur Positives erlebt: Meine Hunde haben keine Würmer, sie haben weder Mundgeruch noch Zahnstein. Ihr Fell ist glänzend und wächst. Welch Wunder.»

  4. Bilbo der Grieche - 27. Juni 2015 at 7:48

    Du kannst ruhig recherchieren. Ich esse dann, wenn mir was schmeckt. Etwa Kauknochen mit Poulet rundherum. Oder Katzenfutter. Wuff

  5. Martin Schuppli - 27. Juni 2015 at 7:49

    Schau, ich habe noch was gefunden. Und zwar über das «Barfen»:
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    Ernährungsberatung für Hunde und Katzen
    Ich habe mich intensiv mit der artgerechten Ernährung unserer Hunde und Katzen beschäftigt, eben auch weil es Sinn macht, genauer hinzusehen. Um die einzelnen Fütterungsmethoden ranken sich so viele Meinungen, Ansichten und Gerüchte, wie es Futtersorten am Markt gibt. Nicht überall wo «Premium» drauf steht, ist auch wirklich Premiumqualität drin. Was sehen wir, wenn wir unserem Hund / unserer Katze ins Maul schauen? Das Gebiss eines Raubtieres, dessen Hauptnahrung Fleisch ist.
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    Was sehen wir, wenn wir uns die Deklarationen auf verschiedenen Hunde- oder Katzenfuttersäcken anschauen? Meist steht dort an erster Stelle Getreide. Wenn nicht an erster Stelle, dann wird es in verschiedene Getreidesorten gesplittet und ergibt dann aber in der Gesamtheit den hauptsächlichen Bestandteil. Man könnte den Eindruck haben, dass es sich nicht mehr um ein Futter für einen Karnivoren (Fleischfresser) handelt, sondern für Hühner oder Nagetiere.
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    Getreide ist wesentlich billiger als Fleisch, was sicher einer der Gründe für die Verwendung im Hunde- und Katzenfutter ist. Abgesehen davon, dass der Hund / die Katze es nun nicht wirklich gut verwerten kann, besteht ausserdem der Verdacht, dass eine stark getreidelastige Ernährung des Hundes die Entstehung von Krebserkrankungen begünstigt und bei bereits bestehender Krebserkrankung das Wachstum von Tumoren beschleunigt.
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    Ist BARF kompliziert?
    Biologisch Artgerechtes Rohes Futter (Frischfleisch) können Sie ohne grossen Aufwand selber zusammenstellen, Sie müssen sich vorher lediglich über die Regeln der Zusammensetzung von Mahlzeit informieren lassen. Es ist die natürlichste Form, seinen Hund oder seine Katze zu ernähren und die Tiere danken es Ihnen mit Vitalität, gesundem glänzendem Fell und freudig wachen Augen. Manch ein mäkeliger Fresser wird seine Mahlzeit kaum noch erwarten können und Sie dürfen sich am gesundem Appetit Ihres Vierbeiners erfreuen. Ihr Tier darf die frische und ausgewogene Mahlzeit geniessen, welche Sie täglich bewusst zusammenstellen.
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    An erster Stelle steht beim Barfen das rohe Fleisch und fleischige Knochen, dieses wird ergänzt mit bekömmlichen Obst- und Gemüsesorten und Blattsalaten, welche püriert entweder gesondert gefüttert werden oder je nach Zusammensetzung mit dem Fleisch vermengt werden. Ergänzt mit einem Schuss gesunder, naturbelassener Öle bekommt Ihr Tier alles was er braucht.
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    Haben Sie Interesse an der artgerechten Fütterung, darüber gelesen oder davon gehört, sind sich aber noch etwas unsicher bei der Umsetzung? Ihr Tier hat schon viele verschiedene Futtersorten ausprobiert, aber die Allergien, der ständige Durchfall werden einfach nicht besser? Dann ist es Zeit, etwas daran zu ändern. Als zertifizierte Ernährungsberaterin für Hund und Katze mit Schwerpunkt BARF unterstütze ich Sie gerne und erstelle zusammen mit Ihnen auf Ihr Tier individuell zugeschnitten einen Futterplan. Alexandra Arnet, 6386 Wolfenschiessen NW

  6. Martin Schuppli - 27. Juni 2015 at 11:04

    Bilbo. Ich habe einen Entscheid gefällt. Wir fahren nach Grafenort OW zu Kurt Duss. Warum Grafenort? Weil Obwaldner sympathisch sind und weil das einstige Ski-Schätzchen Erika Hess aus Grafenort stammt.

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    Über Kurt Duss lesen wir auf der Homepage folgendes:
    «Tiere begleiten mich schon mein ganzes Leben lang und sie waren und sind immer noch meine grösste Leidenschaft. Bereits in jungen Jahren verbrachte ich einen Grossteil meiner Ferien auf einem Bauernhof und dabei habe ich viel über und von den Tieren gelernt. Ganz besonders ans Herz gewachsen sind mir all die Pferde, Hunde und Katzen, die mich bis jetzt durch mein Leben begleitet haben.»

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    Weiter zitiert er Swanie Simon*: «Barfen ist keine Religion. Barfen ist einfach nur Hunde füttern».

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    Kurt Duss über gesunde Ernährung:
    Eine meiner grössten Leidenschaften ist die gesunde Ernährung von unseren Hunden und Katzen. Nachdem ich den Kurs und auch die Prüfung zum zertifizierten Ernährungsberater nach Dr. Jutta Ziegler erfolgreich abgeschlossen habe, stehe ich Ihnen sehr gerne auch in diesem Bereich mit Rat und Tat zur Seite. Die Gesundheit von unseren geliebten Fellnasen fängt immer bei der Ernährung an.

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    Im Barf-Kurs zeigt der Obwaldner seinen Kundinnen, Kunden, dass es fürs Barfen keinen Doktortitel brauchen. Im Seminar geht es um die Grundlagen der Rohfütterung. Nebst Theorie vermittelt Kurt Duss viele praktische Tipps. Zudem erstell er mit jedem Teilnehmer, jeder Teilnehmerin einen Wochenplan, der speziell auf das jeweilige Tier zugeschnitten ist.

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    Tönt doch gut? Oder?

  7. Bilbo der Grieche - 27. Juni 2015 at 11:08

    Ja. Tönt gut. Aber nur, wenn du das Versprechen hältst und ich mehr Fleisch fressen kann.
    Und noch etwas: Wer ist nun diese Swanie Simon?

  8. Martin Schuppli - 27. Juni 2015 at 11:13

    Sorry, fast hätte ich es vergessen. Das fand ich im Internet.

    Eine Art Vorwort:
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    Was bedeutet der Name Drei Hunde Nacht?
    Die Aborigines haben die Gewohnheit, einen Hund als Bettwärmer zum Schlafen mitzunehmen. Eine Drei-Hunde-Nacht ist also eine sehr kalte Nacht. Diesen Ausdruck lernte ich in Texas kennen, wo ich zuletzt gelebt hatte, bevor ich nach Deutschland kam.
    Ich gehe gerne mit meinen Hunden zelten und habe dabei einige Nächte erlebt, in denen ich froh war, drei Hunde in meinem Zelt zu haben. Diese Drei-Hunde-Nächte zählen zu den schönsten in meinem Leben, und darum habe ich Drei Hunde Nacht als Zwingernamen und als Titel meiner privaten Homepage gewählt.
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    Über Swanie Simon
    Geboren wurde ich in 1962 in Deutschland. Als ich fast zwei Jahre alt war, zog meine Familie nach New York, wo ich bis zum 17. Lebensjahr wohnte. Ich studierte anschliessend in Greensboro, North Carolina und wohnte danach in Florida, Texas und auch wieder in New York. Ende 1991 “besuchte” ich in Deutschland Freunde. Seit dem lebe ich in Europa.
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    In den USA war mein Hauptberuf Hundetrainerin bzw. Zwingermeisterin von großen Zwingeranlagen. Ich bildete Hunde aus in der Unterordnung, Schutzdienst (nicht Sporthunde) sowie Polizei- und Rauschgiftarbeit. Mir machte jede Arbeit mit Tieren Spass. In den USA war ich auch als Tierarzthelferin tätig, besuchte viele Lehrgänge zu Naturheilverfahren und begann bereits in 1982 Tiere mit Naturheilmitteln und Komplimentärtherapien zu behandeln. Zu dieser Zeit entwickelte ich ein starkes Interesse an der Ernährung von Hunden und stiess sehr früh auf die artgerechte Ernährung mit Rohfutter. Diese Ernährungsform, auch BARF genannt, ist neben der Kräuterheilkunde mein Spezialgebiet.

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