Im Fleisch-Schlaraffenland
08 Mai

Im Fleisch-Schlaraffenland

So was von gemein. Chef, das war fies. Rücksichtslos.

Echt, ich bin extrem sauer. Gestern machte sich der Chef einen schönen Tag. Er begleitete sechs junge Podologinnen bei ihrer Weiterbildung. Das wäre ja alles verständlich und okay. Aber stellt euch vor, dieses Menschenrudel machte einen Ausflug ins Fleisch-Schlaraffenland bei der Firma Suttero in Gossau SG. Angezogen waren sie schlimmer als an der Fasnacht. Verhüllt in komische Mänteli und echt peinlichen Häubchen, besichtigten sie, angeführt von Volker Braun, die Schinkenproduktion. In diesem Aufzug spazierten sie danach durch die Mostbröckliabteilung. Sie bestaunten die Aufschnitträume, die Räucherei, die Trocknerei. Sie rochen die Gewürzmischungen und froren in den kühlen Räumen. Sogar die Fleischschneidemaschine haben sie in Action erlebt. Bestimmt hätte ich da und dort ein Fleischmöckli aus einer Kiste stibitzen können. Das hätte ich dann im Vorbeigehen so mir-nichts-dir-nichts schnabuliert. Problemlos. Oder ich hätte mein rosarotes Zünglein doch lieben gerne in einer Fleischsaftlache gebadet. Wuff, das wäre mein Erlebnis gewesen. Ein kleines Griechen-Müllkind im Suttero-Schlaraffenland.

Bilbo_Napf_Wienerli

Soll ich oder soll ich nicht? So ein Wienerli von Metzgermeister Hans Friedli im solothurnischen Kappel ist eine wunderbare Delikatesse.

Aber nein. Der Chef stellte das Auto an einen Schattenplatz, öffnete beide vorderen Fenster einen Spalt breit, drückte mir ein Knöchelchen zwischen die Zähne und sagte: «Warte Bilbo, warte!».

Was hätte ich tun sollen? Warten und schmollen? Eine Stunde bellen? Oder schnägglimachen, schlafen und von einem Hans-Friedli-Wienerli träumen? Ich machte Letzteres und schwor mir aber, dass ich mich in einem Blogbeitrag über den egoistischen Chef beschweren werde.

UND DAS SEI HIERMIT GETAN! Ich hoffe, das stimmt für euch.

Und wer wissen möchte, wie gepflegte Füsse sind, der klickt hier rein. www.ihrepodologin.ch. Wem die Klickerei stinkt, dem verrate ichs. Gepflegte Füsse sind sexy.

 

2 Kommentare zu “Im Fleisch-Schlaraffenland

  1. Bilbo der Grieche - 8. Mai 2015 at 15:45

    Der Chef hat echt sauer reagiert. Sagte mir deutsch und deutlich, dass weder kleine noch grosse Hunde etwas in einem Fleisch-Schlaraffenland verloren hätten. «Nichts, aber gar nichts, hättest du da zu suchen.» Da kann ich nur lachen. Weiter sagte er: «Dir hätte auch kein Mänteli gepasst!» Lachhaft. Mir doch egal, wenn mein Fell etwas rot geworden wäre. Item. Ich müsse noch etwas über die Firma Suttero sagen, befahl er mir. Ok, ich fand folgendes heraus.

    Die Ernst Sutter AG ist Spezialist für Frischfleisch und Fleischwaren. Sie beschäftigt rund 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 2013 erarbeitete die Gruppe einen konsolidierten Umsatz von CHF 624 Millionen. Pionierarbeit leistete die Ernst Sutter AG im Bereich Labelfleisch und Labelfleischwaren. Sie war die erste, die für ihre Fleischverarbeitungsbetriebe eine Qualitätssicherung garantieren konnte, abgestützt auf ein umfassendes vertikal integriertes Programm mit artgerechter Tierhaltung und umweltgerechter Landwirtschaft. 1987 schuf die Ernst Sutter AG dafür das Label Agri*Natura.

    Also ich meine, dass bei einer artgerechten Tierhaltung auch kleine Hunde durchs Fleisch-Schlaraffenland spazieren dürften. Oder?

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