Hätte ich in Kos bleiben müssen?
17 Mai

Hätte ich in Kos bleiben müssen?

Jetzt mal ehrlich, Freundinnen, Freunde. Ich muss eure Meinung wissen. Derzeit, 17. Mai 2015, habe ich über 630 Fans auf Facebook. Viele davon lesen meinen Blog. Einige haben mich sogar ins Herz geschlossen. Ich zähl‘ sie gar nicht alle  auf.

Eines muss ich zugeben. Wenn ich einen Becher  griechisches Yoghurt ausschlecken darf, fühle ich mich wie einst zu Hause – auf dem Müll.

Eines muss ich zugeben. Wenn ich einen Becher griechisches Yoghurt ausschlecken darf, fühle ich mich wie einst zu Hause – auf dem Müll.

Freundinnen, Freunde sagt mir bitte: Hätte ich in Kos bleiben müssen? Hätte ich in dieser gut geführten, aber überfüllten Hundestation bleiben müssen? Bleiben, weil in Schweizer Tierheimen viel zu viele arme Hündli leben. Arme Hündli, die ebenfalls auf ein gutes Plätzli warten.

In Schweizer Tierheimen hats genug Hunde
Alles arme, verlassene, traumatisierte Kreaturen. Kranke, schwache, traurige Vierbeiner. Hätte also der Chef auf keinen Fall zu Monika Künzler sagen dürfen: «Bitte bringen Sie mir auch ein kleines, weisses Hündli mit aus Griechenland.»? Hätte Monika Künzler von hundeleben.ch sagen müssen, «Nein. Suchen Sie in einem der Schweizer Tierheime einen Hund, dort hats genug arme Kreaturen?» Hat sie nicht. Zum Glück für mich. In Ernst und Monikas Haus tummeln sich gut sieben aufgestellte, lustige Griechen.

Es braucht keine Importe aus dem Ausland
Ich weiss, es geht bei dieser Diskussion nicht um mich. Auch nicht um all die armen Hunde aus europäischen Tötungsstationen. Es geht auch nicht um die Masseneinwanderung herrenloser Hunde. Es geht darum, dass es überall wo Menschen leben auch «armi Sieche» gibt. Arme Hunde, verwahrloste Katzen, misshandelte Kinder und Frauen, geschlagene Männer, abschätzig behandelte Ausländer, ungeliebte Asylanten, verhasste Fremde.

Ich bin nun so ein Fremder. Ich bin bemüht, mich so gut wie möglich zu integrieren. Wir gehen jede Woche zu Selina Gloor in die Hundeschule. Dort lerne ich mit grossen und kleinen Schweizer Hunden umzugehen. Es hat sogar ausländische Vierbeiner dort. Zu denen bin ich auch lieb. Sie zu mir übrigens auch.

Joghurtbecher_2

Lecker so ein griechisches Joghurt aus der Migros.

Egal, was ihr denkt. Ich bin froh, dass sich Monika und Ernst Künzler meiner annahmen, mich dem Chef brachten und ich nun bei ihm im Aargau leben darf.

Den Platz beim Chef habe ich niemandem weggenommen. Hätte er mich nicht, würde er immer noch alleine waggeln. Dank mir, dem fremden Fötzel, ist der Chef auf den Hund gekommen. Zum Glück.

PS. Es würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung in einem Kommentar sagt. Das ist ganz einfach. Etwas runter scrollen. Reinschreiben. Wir lesen es und schalten es scharf. Auch wenn jemand findet, «weisse Griechenhunde sind wie schwarze Ausländer-Schafe. Sie gehörten raus.»

 

16 Kommentare zu “Hätte ich in Kos bleiben müssen?

  1. Bilbo der Grieche - 17. Mai 2015 at 15:21

    Steffi schrieb mir via Facebook:
    «lieber bilbo
    ich habe auch zwei „ausländer“ zu hause, obwohl, der eine ist unterdessen eingebürgert. obwohl ihr migrationshimtergrundhunde sehr freiheitsliebende sturköpfe seid (gehe nicht näher darauf ein ), möchte ich meine beiden jungs keine minute mehr missen!! beide haben mich viele nerven, wie auch tränen gekostet, aber sie geben mir alles tagtäglich mit ihrer überschwänglichen liebe zurück.
    ich wollte vor bald neun jahren einem schweizer tierheimhund eine chance geben, bin sogar 3h auto gefahren, um einen hund kennen zu lernen. habe zig tierheime abgeklappert, und jedes mal musste ich mir das gleiche gelaber anhören. wieviel geld steht ihnen pro monat für den hund zur verfügung? wieviel arbeiten sie? was arbeiten sie? welche rassenvorstellung haben sie? etc. der höhepunkt war, als mir mitgeteilt wurde, dass man bezweifle, mit meiner eher fülligen figur, einen hund auslasten zu können.
    nach ca. einem halben jahr hatte ich die schnauze gestrichen voll!

    lange rede kurzer sinn. chico, 9 jahre, aus gran canaria, pointer-spitzmix, in einem abfallsack mit 15 weiteren welpen gefunden, samy, bald 4 jahre, aus malaga, podencomix, via animal happyend fühlen sich trotz arbeitender, übergewichtigen besitzerin sehr wohl. @bilbo du darfst sie gerne persönlich fragen.»

    Danke liebe Steffi. Danke.

  2. Evi Halbeisen - 17. Mai 2015 at 15:37

    Lieber Bilbo

    Es ist schön dass du da bist, das ist das einzige was zählt.

    Du hast deine Geschichte, die dich geprägt hat und von der wir hier viel lernen können. Manchmal lohnt es sich, sich durchzukämpfen und in schweren Zeiten nicht aufzugeben. Es hat dich stärker gemacht für alles andere. Deshalb überstehst du auch einen Regenwaggel so gut 😉
    Und manchmal tut es auch uns ganz gut zu sehen, dass es nicht überall auf der Welt so einfach ist wie hier, dass das Leben mancherorts schwieriger und härter ist.

    So erweiterst du unseren Horizont mit deinem Wesen und deinen Geschichten in deinem Blog und machst unser Leben trotz deines weissen Fells viel bunter! Wir können noch so viel lernen von dir!
    Ich freue mich jedenfalls auf jeden deiner Blogbeiträge.

    Liebe Grüsse
    Evi

  3. Bilbo der Grieche - 17. Mai 2015 at 16:07

    Danke Evi. Wie schon einmal gesagt, wäre ich nicht Bilbo hätte ich den Marc konkurrenziert. ;-). Schön, dass wir uns ab un zu sehen. Und natürlich bin ich froh, dass ich dank dir diese tolle Homepage habe. Hebs guet. Bilbo

  4. Karin Wolf - 17. Mai 2015 at 16:45

    Lieber Bilbo, Gaaaaaanz sicher nicht hättest Du in Kos bleiben sollen. Der Chef hat DICH ausgelesen und Du ihn. Punkt. Es ist wie es ist, sagt die Liebe 🙂 und das war es bei Euch zwei auf den ersten Blick, und so soll es auch sein. So war es auch bei mir, als ich Dich zum ersten Mal sah. Ob Du nun von Südafrika oder den Falklandinseln oder vom Nordpol kommst, egal, Du bist ein wunderbares, kuscheliges, liebevolles Wesen, zum liebhaben! Punkt!
    Hoffentlich besuchst Du mich bald wieder mal, dann können wir kuscheln und Dein Chef bekommt auch einen Drücker ab ;-)) Beschenk uns weiterhin mit Deinen spannenden Geschichten, ich mag Deinen „hundesläng“ ganz besonders gerne und lerne immer wieder neue Wörter kennen, von denen ich nie im Leben gewusst habe, dass diese tatsächlich existieren. En Schmatz, Knuddel, Streichel, herzlichst, Karin

  5. Bilbo der Grieche - 17. Mai 2015 at 17:03

    Du bist so lieb Karin. Danke. Ich fühle mich echt wohl bei euch. Das Meer vermisse ich nur ein bisschen und den Ouzo, den hat der Chef auch im Gestell. 😉

  6. Anja Bulle - 17. Mai 2015 at 17:08

    Ach weisst du Bilbo, als ich damals Deinen Chef kennenlernte, musste der glaub einfach nur grinsen über mein stabbiges Hundeabenteuergeschreibsel als überzeugte Reinrassehundehalterin. Damals war ich auf dem Rassehundetrip, während er noch alleine waggelte. Zeiten ändern sich, Leben ändern sich und einstige Überzeugungen werden zu leeren Worthülsen.

    Heute hat dein Chef den griechischen Müllschlucker und die Reinrassehundüberzeugte eine spanische Hüpfdohle mit Schweizer Migrationshintergrund. Die heutige Überzeugung ist nicht mehr Reinrassehundgeprägt sondern lautet einfach: es gibt ein Leben ohne Hunde, aber es lohnt sich nicht! Sagt nicht nur die Überüberzeugte, sondern entstammt dem Gedankengut von Heinz Rühmann. In diesem Sinne „we are the world“ und Iassas agapi mu
    Anja Bulle, Sins AG |

    www.hundephysio-sins.ch

  7. Bilbo der Grieche - 17. Mai 2015 at 17:21

    Der Chef lachte, als ich ihm deinen Kommentar vorlas. Stabbig war dein Geschreibsel nicht. Nur konnte er damals nichts mit Hundegeschichten anfangen. Heute sieht er das anders. 😉
    «Zeiten ändern sich, Leben ändern sich und einstige Überzeugungen werden zu leeren Worthülsen.» Gut gesagt Anja.
    Grosse Umarmung und Waschbärendrücker.

  8. Najla - 18. Mai 2015 at 9:24

    Da könnte man sehr, sehr lange darüber diskutieren, ob nun Schweizer oder Ausländer „Schnüggel“ aufzunehmen. Fakt ist, wenn man dich, Bilbo, und deinen Chef anschaut ist alles klar, ihr habt euch gefunden und das ist auch wunderbar so! :-).

  9. Bilbo der Grieche - 18. Mai 2015 at 9:25

    Jööö, mein Schnüggel vom Walensee. Bischt wieder zwäg? Landeten die Stöcke im Walensee? Danke für deinen Kommentar, gut habe ich den Chef kennengelernt.Denn ohne Chef kennte ich weder den Lori noch dich. Und das wäre ja wirklich traurig. Grosse Waschbärendrücker-Umarmung.

  10. Brigitte S. Bohler - 18. Mai 2015 at 10:15

    Lieber Bilbo

    Wie schon auf FB geschrieben, bleib bitte einfach hier! Du gehörst definitiv zu deinem Chef, das sieht und liest man 🙂

    Und es bleibt die Hoffnung, dass einige der einheimischen Dick- und Sturschädel (ob nun Zwei- oder Vierbeiner, eher wohl die erste Gattung) durch dein liebes Gesicht und dein freundliches Wesen doch noch verstehen, dass nicht Alles, was da aus dem Ausland hereinkommt gleich bös und schwarz ist sondern eben auch ganz weiss und lieb sein kann!

    Mmmhh…. bellst du eigentlich griechisch oder schweizerdeutsch?

    Ich denke, wenn du die oben angesprochene einheimische Rasse ganz lieb anbellst, kräftig wedelst und ganz lieb guckst bist du ein Botschafter für alle Lebewesen mit Migrationshintergrund! Sieh es doch mal so 🙂

    Herzlich
    Brigitte
    Stella (Schweizerin laut Pass)
    & Tamino (eindeutig EU-Pass und vermutlich Deutscher)

  11. Bilbo der Grieche - 18. Mai 2015 at 10:59

    Ich belle, also bin ich. Der Chef spricht kein Griechisch, aber er versteht mein Bellen. Also belle ich wohl Deutsch & Deutlich. Und wenn er es nicht versteht, tut er wohl nur so. Denn manchmal, glaub mirs liebe Brigitte, ist er ein verdammt sturer Hund. Bhüet di.

  12. rita pinchen - 18. Mai 2015 at 13:35

    Well hello there Bilbo..
    You were Mango to me,remember me..the person that cared for you and introduced you to Ernst and Monica.
    You have it made there in Switzerland…Ernst and Monica will be here soon so I will hear about your adventures
    Best wishes
    Rita xx
    https://www.facebook.com/AnimalRescueKos

  13. Paula Finelli - 18. Mai 2015 at 15:44

    Lieber Bilbo
    Wär ja schön doof gewesen, wenn du in Kos geblieben wärst. Dann würde Martin immer noch alleine waggeln, darüber hinaus gäb’s die lustigen Geschichten und süssen Bilder aus deinem Alltag nicht, die so vielen Menschen Freude bereiten.
    Klar kann man sich darüber streiten, ob es Sinn macht ausländische Strassenhunde aufzunehmen, wenn die Schweizer Tierheime voll von Hunden sind, die ein Zuhause suchen. Aber ebenso kann man sich fragen, ob es Sinn macht ausländische Arbeitskräfte zu „importieren“ – wenn es doch genügend Schweizer gibt, die Arbeit suchen. Für mich ist es zum Beispiel ein Glück, dass mein Vater aus Süditalien in die Schweiz ausgewandert ist und hier Arbeit und ein Auskommen gefunden und nicht zu vergessen, meine Mama kennen gelernt hat – denn sonst wär ich ja auch nicht hier. 🙂
    Deshalb denke ich, du solltest dir nicht all zu viele Gedanken darüber machen, was die Leute von deinem sogenannten „Migrations-Hintergrund“ halten. Du bist ein wunderbarer Hund (und dies sagt eine überzeugte Katzenfreundin) und eine grosse Bereicherung im Leben deines Chefs, seiner Familie und seiner Freunde. Ausserdem spricht deine wachsende Fan-Gemeinde für sich. 🙂

  14. Bilbo der Grieche - 18. Mai 2015 at 16:58

    Grossartig liebe Paula. Ich habe all die Tschinggeli schaurig gern. Der Chef kennt sich ja im Süden von Italien aus. Er hat versprochen, mir diese Gegend einmal zu zeigen. Und bald sehen wir uns wieder. Ich freue mich. Grüss Zora und Bucki. Mit lieben Hardrock-Grüssen.

  15. Brigitte Rais - 9. Juni 2015 at 16:50

    Lieber Bilbo
    wie du weisst sind meine zwei Hunde auch aus dem Ausland. Ich hatte via Internet in Schweizer Tierheimen rumgestöbert, aber der passende Hund war nicht dabei. Die einzigen jungen Hunde waren Schäfer-Welpen und so einer ist als Erst-Hund nicht gerade optimal.
    Im Petfinder bin ich dann auf die Organisation Animal-happyend gestossen und hab mich dort in einen kleinen braunen Hund Namens Josh verliebt. Das Beste was mir passieren konnte.
    Ich habe mal einen intressanten Satz gelesen. «Wir brauchen keine Auslandhunde, aber die Hunde brauchen uns.»
    Zum Glück lieber Bilbo, hat sich dein Chef für ein Ausländer entschieden und ich auch. Sonst würden wir uns gar nicht kennen, was sehr schade wäre.
    mit lieben Grüssen Brigitte, Josh & Trixi

  16. Bilbo der Grieche - 9. Juni 2015 at 20:28

    Ja, liebe Brigitte, ich bin froh, dass ich den Chef gefunden habe. Da waren Ernst & Monika Künzler von hundeleben.ch massgeblich schuld. Und dank ihnen fand der Chef mich. eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

    www.hundeleben.ch

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